03.05.2013 / Archiv / /

Umfahrung Düdingen – Unhaltbare Spekulationen und Interpretationen über deren Notwendigkeit auf Basis eines fragwürdigen und vom Staatsrat nicht kommentierten technischen Berichts

Die kürzlich vorgestellte Analyse zu den Projekten der Umfahrungsstrassen hinterlässt viele Fragen und sorgt für grosse Unsicherheit. Dies sowohl bei Sachverständigen, als auch in der Politik und in der Bevölkerung.

Besonders stört der Umstand, dass die Resultate aus dem Bericht ohne die geringste politische Würdigung durch den Staatsrat vorgestellt worden sind. Die zentrale Frage, welche Erkenntnisse und Konsequenzen sich daraus auf die Ausführung der zum Teil sehr weit fortgeschrittenen Projekte ergibt, ist völlig unbeantwortet geblieben.

Es wird der Anschein erweckt, als ob es der Staatsrat nun den einzelnen Regionen sowie anderen interessierten Organisationen und Verbänden überlässt, sich darüber gegenseitig die Köpfe einzuschlagen.

Der Bericht weist nach Ansicht der CVP Sense und der CVP Düdingen verschiedene Schwachstellen auf. Die gewählte Methode lässt erhebliche Zweifel am Nutzen derselben für Entscheide in eine zukunftsgerichtete Verkehrspolitik in unserem Kanton aufkommen.

So geht aus den Unterlagen der Medienkonferenz beispielsweise hervor, dass bei der Analyse für die Bestimmung des Nutzens weder die Investitions- noch die Betriebskosten berücksichtigt worden sind. Die Kosten sind lediglich als Klassierungskriterium berücksichtigt.  Es ist deshalb kaum überraschend, dass ausgerechnet die teuren Projekte, wie die Umfahrung Düdingen, alle schlecht platziert sind.

Dies ist aus zwei Gründen unfair: Erstens haben die Investitionen einen direkten Nutzen für die Wirtschaft und zweiten ist der Entwicklungsstand der teuren Projekte weiter fortgeschritten als diejenigen der vermeintlich kostengünstigen im Vergleich.

Für die Umfahrung Düdingen liegt ein weit fortgeschrittenes und modernes Strassenprojekt auf dem Tisch. Es erfüllt die heutigen Anforderungen an Sicherheit und Umweltverträglichkeit. Die Kosten sind bereits sehr gut bekannt. Es wird mit Projekten verglichen, die entweder sehr alt sind oder für die erst Projektideen vorliegen. Ein solcher Vergleich ist nicht statthaft. Die Berücksichtigung der Gesamtkosten, ohne dabei gleichzeitig den direkten wirtschaftlichen Nutzen einzubeziehen, erscheint willkürlich.

Betrachtet man die Liste der in der Studie analysierten Projekte näher, fällt weiter auf, dass sehr unterschiedliche Vorhaben miteinander verglichen werden. So beispielweise die Aufhebung des Bahnübergangs in Givisiez mit der Umfahrung Düdingen. Es handelt sich um Projekte mit völlig unterschiedlichen Zielsetzungen, die schlicht und einfach nicht miteinander verglichen werden können.

Zudem werden Umfahrungsstrassen im ländlichen Raum mit solchen in städtischen oder stadtnahen Gebieten verglichen. Das Verhalten der Automobilisten ist hier völlig unterschiedlich. In Agglomerationsgebieten wird es immer mehr Ziel-, resp. Quellverkehr geben. Viele Leute aus der Region wollen beispielsweise in Düdingen einkaufen. Diese werden logischerweise nicht die Umfahrungsstrasse benützen. Die Entlastungswirkung also in Prozenten auszudrücken ist bei solchen Projekten daher immer schlechter und führt gerade bei Umfahrungen wie Düdingen und Marly-Matran logischerweise zu einer schlechten Klassierung. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass diese Projekte nicht trotzdem sinnvoll sind. Beispielsweise aus Gründen der Sicherheit oder des Lämschutzes, oder der allgemeinen Verflüssigung des Verkehrs.

Insgesamt kann festgehalten werden, dass der angestellte Vergleich einer kritischen Betrachtung nicht stand hält. Die Kriterienwahl und deren Anwendung bleiben schleierhaft und es werden nicht vergleichbare Projekte mit teilweise völlig verschiedenen Zielsetzungen  miteinander verglichen.

Die CVP Sense und die CVP Düdingen halten die publizierten Resultate aus dieser technischen Studie ohne eine klare und nachvollziehbare politische Würdigung durch den Staatsrat, wenn das auf dieser Basis überhaupt möglich ist, für unbrauchbar und verwirrend. Es wurde damit in den Regionen und unter den betroffenen Gemeinden auf einer untauglichen Basis eine schwer zu kontrollierende Diskussion in Gang gesetzt, die überhaupt nicht zielführend ist, zu Unmut in den Regionen führt und für eigennützige Interpretationen von Verbänden und Organisationen missbraucht wird.

Die CVP Sense verlangt vom Staatsrat, dass er sich, wie bis anhin und wie es Herr Staatsrat Maurice Ropraz bereit getan hat, klar und unmissverständlich positiv zum Bau der Umfahrung Düdingen bekennt und den durch die politisch kommentarlose Veröffentlichung des technischen Berichtes entstandenen Spekulationen und Interpretationen ein Ende setzt.

Im weiteren vermisst die CVP Sense eine Stellungnahme der Agglomeration Freiburg. Bis heute war von dieser Seite überhaupt nichts zu vernehmen, was höchst erstaunlich ist. Immerhin ist die Gemeinde Düdingen eines der Mitglieder und die Umfahrung Düdingen ist im Rahmen des Agglo-Richtplans eines der wichtigen und hoch priorisierten Verkehrsprojekte.

CVP Sense und CVP Düdingen